Glücklich getrennt

Glücklich getrennt

Betreuungsformen in getrennten Familien

In der Schweiz werden über 40% aller Ehen geschieden. Sehr oft sind es Ehen mit Kindern. Ein neues Familienmodell muss her.

Laut einer repräsentativen Umfrage von singlemitkind.ch sind getrennt lebende Eltern, die ihre gemeinsamen Kinder im sogenannten Wechselmodel betreuen, die glücklichsten.

Man unterscheidet in der Betreuungsform von Kindern getrennt lebender Eltern grundsätzlich zwischen 3 Modellen:

  • Wechsel- oder Pendelmodell
  • Residenzmodell
  • Nestmodell

  • Wechsel- oder Pendelmodell

    Beim oben genannten Wechsel- oder Pendelmodell wohnt das Kind (oft zu gleichen Teilen) abwechslungsweise bei einem der Elternteile.
    Knapp 90% der Befragten, die dieses Modell leben sind damit zufrieden oder sind sogar davon überzeugt, dass es nichts Besseres gibt. Ein Elternteil bringt in der Umfrage den entscheidenden Vorteil dieses Modells auf den Punkt: „die Kinder haben Nähe und Alltag mit beiden Partnern.“ Damit die Kinder aber ohne grossen Aufwand die gleiche Schule besuchen und sich in ihrem gewohnten Freundeskreis bewegen können, sollten die Wohnorte der Eltern relativ nah beieinander liegen.
    Dies und auch die intensive Abstimmung der Ex-Partner stellen die beiden Parteien oft vor eine Herausforderung, ermöglichen aber den Kindern beide Elternteile als „vollwertige“ Eltern wahrzunehmen und geben auch den Erwachsenen ein gewisses Mass an allein zu gestaltender Freizeit, in der ein neues Leben aufgebaut werden kann.
    Es liegt nahe zu vermuten, dass Eltern, die sich für dieses Modell entscheiden, sich eher „im Guten“ getrennt haben, das gemeinsame Sorgerecht haben und von daher auch glücklicher sind als Eltern, die mit ihren Kindern im Residenzmodell leben.


    Residenzmodell

    Im Residenzmodell leben die Kinder hauptsächlich bei einem Elternteil und der andere Elternteil hat ein Besuchsrecht. Obwohl dieses Modell mit knapp 60% das am weitesten verbreitete Modell unter den befragten singlemitkind.ch Nutzern ist, sind die Eltern damit tendenziell unzufriedener.
    Während der Elternteil mit der Hauptsorge oft die gesamte Verantwortung alleine trägt und in vielen Fällen auch vom Ex-Partner im Stich gelassen wird, ist für den Elternteil mit Besuchsrecht die Situation ebenfalls oft unbefriedigend (fehlender Alltag mit den Kindern, zu wenig Einfluss auf die Erziehung etc.).
    Die Gründe für die Wahl eines solchen Modells sind sehr vielfältig, angefangen bei einer grossen Entfernung zwischen den Wohnorten der Ex-Partner über komplizierte berufliche Verhältnisse bis hin zu einer sehr schwierigen Beziehung auch noch nach der Trennung zwischen Mutter und Vater.
    Allerdings sehen manche Eltern auch Vorteile in diesem Modell, welches den Kindern in gewissen Konstellationen sicher mehr Stabilität bietet, da Regeln und Struktur hauptsächlich von einem Elternteil vorgegeben werden.


    Nestmodell

    Bei dem bisher noch wenig verbreiteten Nestmodell, in dem nur knapp 4% der Befragten leben, wohnen die Kinder dauerhaft in der Familienwohnung, wo sie abwechslungsweise von den Elternteilen betreut werden. Die Eltern haben, jeder für sich oder gemeinsam, noch eine auswärtige Wohnung.
    Voraussetzung ist auch hier, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht besitzen und zu einigen Kompromissen bereit sind. Ist diese Modell erst mal in der Familie etabliert, sind ein Grossteil der Befragten der Meinug, dass es nichts Besseres gibt.


    Was betroffene Eltern dazu sagen

    Ein Artikel zu dieser Umfrage erschien ebenfalls im Mama-Blog des Tagesanzeigers. Mehr als 200 Kommentare zeugen davon, dass dieses Thema viele Eltern beschäftigt und gibt einen guten Einblick in die unterschiedlichen Lebensformen getrennt lebender Familien.

    Natürlich ist ein intaktes Familienleben für ein Kind die beste und wohl schönste Art aufzuwachsen. Dennoch zeigt diese Umfrage unter Singles mit Kindern, dass viele Eltern auch nach einer Trennung oft eine kreative Lösung finden, wie das Umfeld und die Eltern-Kind-Beziehung für alle Beteiligten möglichst zufriedenstellend gestaltet werden können. Dazu braucht es ganz sicher viel Kompromissbereitschaft, gute Organisation, klare Kommunikation und manchmal eben auch ein bisschen Phantasie.

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